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SO LÄUFT EIN OPEN: KOCHEN MIT FREMDEN, DIE ZU FREUNDEN WERDEN

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  • 29.03.2016

Kochen, backen, braten – es geht heiß her bei einem Open in der Kochgarage. Ihr wart noch nie bei einem Open? Dann habt ihr was verpasst! Lest hier, was genau und kommt beim nächsten Open doch einfach vorbei!


Nach und nach trudeln die 31 Gäste des heutigen Abends in der nach allerlei Gewürzen duftenden Kochgarage ein. Es ist kurz vor 19 Uhr und an der großen Kochinsel im hinteren Drittel des Raumes wird eifrig gewerkelt. Die letzten Vorbereitungen für das Jerusalem Open laufen und auch Gastgeberin Graciela Cucchiara ist noch einen Moment lang schwer beschäftigt. Alles wird nicht vorbereitet, schließlich sollen die Gäste ja auch noch etwas tun. Das gemeinschaftliche Kochen mit Freunden und Fremden, die im Laufe des Abends zu Freunden werden, ist hier der gemeinsame Nenner.

Kochen

Geplantes Chaos statt Frontcooking

Wer sich von einem Open in der Kochgarage nun einen herkömmlichen Kochkurs erwartet, ist schief gewickelt. Zwar können sich die Teilnehmer jederzeit Tipps bei Graciela und ihrem Kochgaragen-Team holen, sich Tricks abschauen und auch die Rezepte des Abends im Nachgang per E-Mail bekommen, jedoch steht das spontane Kocherlebnis im Vordergrund. Und so genau wird auch gar nicht nach Rezept gekocht. Sofern die Zutaten harmonieren, ist alles erlaubt. Auch an diesem Abend, bei dem die israelische Küche improvisiert wird, wie es eine echte „Balaboosta“ – die perfekte israelische Mama – macht.

Inzwischen sind alle Gäste da. Auch Ela und Anja, die extra aus Landshut angereist sind. Anja hatte ihrer Freundin vom Besuch eines vorherigen Opens berichtet. Nun wollte Ela das auch einmal erleben. Gespannt harren sie nun der Dinge, die sie kochen sollen und wie diese dann schmecken. Gespannt sind auch Martin, von Beruf Patentprüfer, und seine spanische Ehefrau Vanessa. Nachdem Martin sich im Sommer am Foodtruck der Kochgarage sage und schreibe vier Banh Mi-Sandwichs im Eiltempo reingezogen hatte, erkundigte sich seine Señorita über die Kochgarage, fand die Idee mit dem Open spannend und schenkte ihm kurzerhand die heutige Teilnahme zu Weihnachten. Und Martin erwartete sich tatsächlich einen typischen Kochkurs, schließlich kocht er gerne, zumeist jedoch streng nach Rezept. Doch auch so wird er heute einiges dazulernen und das, was ihn hier anstelle eines Kochkurses erwartet, erfüllt ihn jetzt schon sichtlich mit Freude.

Martin und seine Ehefrau Vanessa

Martin und seine Ehefrau Vanessa

 

Aber was erwartet ihn überhaupt? Insgesamt stehen fast zehn verschiedene Gerichte auf dem Programm. Israelische Gerichte, vielleicht hier und da ein wenig abgewandelt. Aber es wird klar, wie in Jerusalem gekocht wird. Unter anderem kommen gefüllte Auberginen, Lamm-Kebab auf Zimtstangen, Pilz Falafel mit Taboulé, Lammkoteletts mit Limonensoße, Hühnchen mit dem Paprika-Walnuss-Dip „Muhammara“, „Sabich“  und im Ganzen gekochter Blumenkohl „Karfiol“ (der nochmal mit Olivenöl und Salz im Ofen gebacken wird) mit Pitabrot und Joghurt auf den Tisch. Dazu gibt’s reichlich cremigen „Msabaha“ (Hummus) und kdeftige „Shakshuka“. Graciela selbst war einige Wochen zuvor in der jüdischen Gemeinde in Wien unterwegs gewesen, um sich inspirieren zu lassen. Es ist das Prinzip eines jeden Opens, dass sie und ihr Team zuvor auf Reisen gehen und die besten Rezepte und Tricks der Einheimischen für die Abende in München mitbringen.

sabich

Ungemein lecker: Sabich

 

Ohne Fleiß kein Essen

Inzwischen hat sich jeder bereits eine Schürze geschnappt und eine Station gesucht, schließlich haben alle Hunger mit hierher gebracht. Frederike, die bereits zum zweiten Mal bei einem Open ist und beim Gemüse schneiden einen Blick auf Gracielas T-Shirt wirft, stellt fest: “Ja, die Messer sind wirklich scharf!” Und so schnippeln 31 Menschen in der Kochgarage Gemüse und rühren Dips, backen Pita-Brot mit Mariana und kochen Soßen mit Manu, braten die Lammkoteletts mit Gracielas Schwester Monica und probieren zwischendurch das, was sie gerade zubereiten.

Die israelische Küche präsentiert sich derweil internationaler als gedacht, denn Gerichte wie das Sabich sind Mitte des vergangenen Jahrhunderts mit Einwanderern aus dem Irak nach Israel gekommen und wurden dort zum Renner. Das passt doch ganz gut zum Motto der Kochgarage, dass Kochen Kulturen vereint und am Herd ohnehin alle gleich sind. Patentprüfer Martin steht indes nicht unmittelbar am Herd, ist er doch für das Dessert zuständig. Gemeinsam mit Vanessa bricht er deshalb die dünnen Teigfäden (Kadaifi) für das Kanafeh klein, vermischt sie mit Ricotta und garniert sie mit geriebenen Pistazien. Auch dieser Nachtisch, der später in den Ofen kommt und warm und mit einer Kugel Pistazien-Eis gegessen wird, hat seine Ursprünge nicht in Israel, sondern in der heutigen türkischen Provinz Hatay.

Knafeh - ein internationales Dessert

Kanafeh – ein internationales Dessert

 

Im Handumdrehen entsteht so ein leckeres Gericht nach dem anderen und die Gäste kommen mit dem Essen kaum mehr hinterher. Satt werden alle und während es anderswo heißt, dass viele Köche den Brei verderben, bereiten hier viele Hände der Arbeit schnell ein Ende. So klingt der Abend gemütlich aus und aus der Kochgarage ist längst ein Wohnzimmer geworden, in dem die letzten Gäste wie Ela und Anja aus Landshut bei einem Gläschen Wein oder einem alkoholfreien Bier die soeben erlebte Kochorgie noch einmal Revue passieren lassen. Auch Martin, der sonst im Patentamt prüft, ob alles seine Ordnung hat, ist von dem geplanten Chaos und der positiven Energie hier mehr als begeistert. Er hat längst beschlossen, bald wieder in der Kochgarage vorbei zu schauen. Schließlich hat er im Sommer auch vier Banh Mi-Sandwichs verdrückt!

Open-Abschluss

Bis bald, Vanessa und Martin!